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Nicole Kübler - Gründerin von
RIDE WITH ME Motorradreisen

Rumänien ist meine Wahlheimat. Von hier aus begleite ich Motorradfahrer auf persönlich geführten Reisen durch Rumänien und ausgewählte Regionen Europas.

Was mich an meiner Arbeit bis heute am meisten fasziniert, sind nicht die berühmten Passstraßen oder die gefahrenen Kilometer. Es sind die Menschen.

Viele kommen mit einer bestimmten Vorstellung nach Rumänien. Manche sind anfangs vorsichtig oder skeptisch. Andere glauben zu wissen, was sie erwartet. Und fast alle fahren mit Eindrücken nach Hause, die sie vorher nicht für möglich gehalten hätten.

Genau deshalb mache ich diese Reisen.

Ich möchte Menschen nicht überzeugen. Ich möchte ihnen die Möglichkeit geben, eigene Erfahrungen zu machen – mit einem Land, mit seinen Menschen und manchmal auch mit sich selbst.

Denn ich habe selbst erlebt, wie sehr eine Reise den Blick auf die Welt verändern kann.

Nicole Kübler Reiseleiterin von RIDE WITH ME Motorradreisen in Rumänien

Motorradreisen mit Nicole Kübler

Ich glaube nicht, dass Menschen nur wegen der Straßen zu mir kommen.

Natürlich freuen sie sich auf den Transfăgărășan, die Transalpina oder andere legendäre Strecken. Ich freue mich jedes Mal mit ihnen. Aber nach vielen Jahren als Reiseveranstalterin habe ich etwas Interessantes beobachtet:

Wenn ich meine Gäste Monate oder sogar Jahre später wiedersehe oder frage, woran sie sich besonders erinnern, sprechen die wenigsten zuerst über einen Pass oder eine bestimmte Straße.

Sie erzählen von einer Begegnung, die sie nicht erwartet hatten. Von einem kleinen Dorf, an dem sie sonst einfach vorbeigefahren wären. Von einem Abend in einer Pension, von einem Gespräch, das ihnen bis heute in Erinnerung geblieben ist – oder von dem Moment, in dem aus einer Vorstellung eine eigene Erfahrung wurde.

Oder von einem Moment, in dem sie plötzlich gemerkt haben, dass Rumänien ganz anders ist, als sie es erwartet hatten.

Vielleicht liegt genau darin der Unterschied zwischen einer Motorradreise und einer Reise, die in Erinnerung bleibt.

Rumänien hat mich selbst einmal überrascht. Nicht laut und nicht spektakulär. Sondern leise. Durch die Menschen, denen ich begegnet bin, durch ihre Offenheit, Herzlichkeit und Gastfreundschaft und durch das Gefühl, in einem Land unterwegs zu sein, das sich nicht mit den Bildern deckte, die ich vorher im Kopf hatte.

Damals wurde mir klar, dass ich genau diese Erfahrungen weitergeben möchte.

Nicht indem ich Menschen erkläre, wie Rumänien wirklich ist.

Sondern indem ich ihnen den Raum gebe, es selbst zu entdecken.

Denn nichts verändert unseren Blick auf die Welt so sehr wie eine Erfahrung, die wir selbst gemacht haben.

Warum ich genau diese Motorradreisen mache

Viele Menschen glauben, dass ich Motorradreisen veranstalte, weil ich gerne Motorrad fahre.

Das stimmt.

Aber es ist nur ein Teil der Antwort.

Ich liebe das Unterwegssein, das Entdecken neuer Straßen und das Gefühl von Freiheit auf dem Motorrad. Was mich heute aber mindestens genauso fasziniert, ist etwas anderes.

Ich erlebe immer wieder, wie Menschen auf einer Reise beginnen, ihre bisherigen Vorstellungen zu hinterfragen. Nicht, weil ich sie davon überzeugen möchte. Sondern weil ihre eigenen Erfahrungen stärker sind als das, was sie vorher geglaubt haben.

Das beginnt manchmal ganz unscheinbar.

Mit einem Gespräch.

Mit einer Begegnung.

Oder mit der Erkenntnis, dass man manches gar nicht braucht, um sich sicher zu fühlen.

Ich beobachte diese Momente gerne. Nicht, weil ich Menschen verändern möchte. Sondern weil ich mich jedes Mal freue, wenn jemand entdeckt, dass oft mehr möglich ist, als er selbst gedacht hätte.

Vielleicht ist genau das der Grund, warum ich diese Reisen bis heute mit derselben Begeisterung begleite.

Nicht nur wegen der Straßen.

Sondern wegen der Menschen.

Wie meine Reisen sind

Ich erinnere mich an einen Teilnehmer, der sein Motorrad auch am zweiten oder dritten Reisetag noch zusätzlich mit einem Bremsscheibenschloss sicherte.

Nicht, weil er das zu Hause immer so machte. Sondern weil wir in Rumänien waren.

„Hier ist mir nicht wohl dabei“, sagte er.

Am nächsten Morgen wollte er sein Motorrad nur kurz aus der Sonne in den Schatten fahren. Nach wenigen Zentimetern hörte man nur ein lautes "Klack!", dann lag die Maschine auf der Seite und er unter ihr. Das Bremsscheibenschloss war noch montiert.

Nachdem wir das Motorrad gemeinsam wieder aufgerichtet hatten, sagte ich nur:

„Du brauchst hier kein Bremsscheibenschloss. Du musst keine Angst um dein Motorrad haben.“

Von diesem Moment an schien etwas von ihm abzufallen. Nicht nur das Bremsscheibenschloss verschwand für den Rest der Reise. Auch die Sorge. Ich hatte den Eindruck, dass er sich von diesem Moment an auf etwas ganz anderes konzentrieren konnte. Nicht mehr auf das, was alles passieren könnte. Sondern auf das, was tatsächlich vor ihm lag.

Solche Momente begegnen mir immer wieder.

Nicht nur beim Thema Sicherheit. Sondern überall dort, wo Menschen mit festen Vorstellungen ankommen und unterwegs ihre eigenen Erfahrungen machen.

Deshalb erkläre ich auf meinen Reisen auch nicht jeden Morgen vor der Tagesetappe bis ins Detail, was an diesem Tag passieren wird. Mir ist wichtig, dass meine Gäste Orientierung haben. Genauso wichtig ist mir aber, dass sie ihre Eigenverantwortung behalten.

Rumänien ist dafür ein wunderbares Land.

Hier wird Eigenverantwortung nicht nur eingefordert – sie wird gelebt.

Natürlich gibt es Situationen, in denen ich klare Vorgaben mache. Sicherheit geht immer vor. Wenn wir beispielsweise durch Gebiete fahren, in denen wir Bären begegnen können, gibt es eindeutige Regeln, an die sich jeder halten muss.

Alles andere darf entstehen.

Vertrauen.

Freiheit.

Eigene Erfahrungen.

Erinnerungen.

Denn genau daraus werden am Ende die Geschichten, die meine Gäste noch lange nach ihrer Reise erzählen.

Was ich auf meinen Reisen gelernt habe

Ich habe gelernt, dass Menschen oft mutiger sind, als sie selbst glauben.

Ich habe gelernt, dass Vertrauen nicht erklärt werden kann.

Ich habe gelernt, dass kleine Gruppen mehr Nähe ermöglichen als große.

Ich habe gelernt, dass Eigenverantwortung Freiheit bedeutet.

Und ich habe gelernt, dass die schönsten Erinnerungen selten geplant sind.

Warum Rumänien?

Wenn mich jemand fragt, warum ausgerechnet Rumänien, antworte ich selten mit dem Transfăgărășan oder der Transalpina.

Natürlich gehören diese Straßen zu den großen Höhepunkten einer Motorradreise durch Rumänien. Sie sind beeindruckend und ich freue mich jedes Mal darauf, sie gemeinsam mit meinen Gästen zu fahren.

Aber wenn ich an Rumänien denke, denke ich zuerst an etwas anderes.

An kleine Straßen, die durch Dörfer führen.

An Menschen, die einem freundlich zuwinken.

An einen Kaffee, zu dem man spontan eingeladen wird.

An die Ruhe und Weite einer Landschaft, in der man manchmal stundenlang unterwegs ist, ohne einem anderen Motorradfahrer zu begegnen.

Das ist das Rumänien, das mich bis heute begeistert.

Vielleicht, weil es nicht versucht, sich in den Vordergrund zu drängen.

Vielleicht, weil vieles hier noch selbstverständlich ist, was anderswo längst verloren gegangen ist.

Ich wünsche mir, dass meine Gäste genau dieses Rumänien kennenlernen.

Nicht das Rumänien aus den Schlagzeilen.

Nicht das Rumänien aus alten Vorurteilen.

Sondern das Rumänien, das ich selbst kennenlernen durfte.

Und vielleicht liegt genau darin der größte Unterschied zwischen einer Reise nach Rumänien und einer Reise, auf der aus einem Land eine Erfahrung wird.

Für wen meine Reisen sind

Ich glaube, eine gute Motorradreise beginnt lange bevor der Motor gestartet wird.

Sie beginnt mit der Bereitschaft, sich auf etwas Neues einzulassen.

Meine Reisen sind für Menschen, die gerne Motorrad fahren und gleichzeitig neugierig auf das sind, was rechts und links der Straße liegt. Für Menschen, die nicht nur möglichst viele Pässe sammeln möchten, sondern ein Land wirklich kennenlernen wollen.

Du musst dafür weder besonders abenteuerlustig sein noch Offroad-Erfahrung mitbringen. Viel wichtiger ist etwas anderes: Offenheit.

Offenheit für Begegnungen.

Für kleine Umwege.

Für Gespräche.

Für Unbeschwertheit.

Und manchmal auch für die Erkenntnis, dass manches ganz anders ist, als man es sich vorgestellt hat.

Wenn du dich auf Reisen am wohlsten fühlst, wenn jeder Tag bis ins Detail geplant ist und möglichst wenig dem Zufall überlassen bleibt, dann wirst du dich bei einem anderen Reisekonzept wahrscheinlich wohler fühlen. Ich gebe Orientierung, aber ich lasse auch Raum für Eigenverantwortung und für die Dinge, die unterwegs ganz von selbst entstehen.

Denn genau diese Momente sind es oft, die am längsten in Erinnerung bleiben.

Für wen sie nicht sind

Wenn du erwartest, dass jeder Tag bis auf die Minute durchgeplant ist, du möglichst viele Sehenswürdigkeiten in kurzer Zeit abhaken möchtest oder eine klassische Gruppenreise mit einem festen Programm suchst, wirst du dich bei anderen Veranstaltern wahrscheinlich wohler fühlen.

Und das ist völlig in Ordnung.

Ich glaube nicht, dass jede Reise zu jedem Menschen passen muss.

Aber ich glaube daran, dass die richtige Reise für den richtigen Menschen etwas Besonderes sein kann.

Was bleibt

Am Ende einer Motorradreise zeigt der Kilometerzähler, wie weit wir gefahren sind.

Er erzählt aber nichts darüber, was wir erlebt haben.

Er weiß nichts von den Gesprächen am Abend.

Nichts von den Begegnungen unterwegs.

Nichts von dem Moment, in dem aus einer Vorstellung eine eigene Erfahrung wurde.

Wenn meine Gäste nach Hause fahren, wünsche ich mir nicht, dass sie möglichst viele Straßen abhaken konnten. Ich wünsche mir, dass sie Rumänien mit anderen Augen sehen als zuvor.

Vielleicht nehmen sie auch etwas mit, das weit über dieses Land hinausgeht.

Mehr Vertrauen.

Mehr Offenheit.

Mehr Gelassenheit.

Und die Erfahrung, dass manches ganz anders sein kann, als man es sich vorher vorgestellt hat.

Wenn das gelingt, dann war es mehr als eine Motorradreise.

Dann war es eine Reise, die bleibt.

Ich würde mich freuen, wenn ich dich eines Tages auf diesem Weg begleiten darf.

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